Gleichbehandlung
Die Bundesfamilienministerin hat für ihre Alternative zur starren Frauenquote geworben. Zum scharfen Schwert soll die Flexiquote durch Transparenz und Vergleich werden - etwa über eine Website.
Von Kerstin Schwenn und Hendrik Kafsack

14. Juni 2012 Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) will den Druck auf die Unternehmen verstärken, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Wir brauchen kein starre Frauenquote, sondern eine intelligente Quote, die auf Transparenz und Wettbewerb setzt und der Vielfalt der Ausgangsbedingungen in Unternehmen gerecht wird, sagte Schröder auf der 11. Corporate-Governance-Kodex-Konferenz am Donnerstag in Berlin. Sie warb für ihre Flexiquote, die Unternehmen sich selbst setzen, und an der sie sich dann messen lassen müssen.
Schröder will - auch wenn die Bundeskanzlerin das Thema erst nach dem Sommer anzufassen gedenkt - dieses Modell rasch in einem Gesetz verankern. Wir brauchen bei aller Flexibilität ein Maß an Verbindlichkeit, wie es für Aufsichtsräte und Vorstände nur ein Gesetz herstellt. Wir brauchen dieses Maß an Verbindlichkeit schon deshalb, weil wir sonst befürchten müssen, dass uns die EU ihre Vorstellung diktiert. Sie wolle der EU-Kommission eine gesetzliche Alternative zur starren Quote entgegensetzen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa