Bayerische Eliteakademie
An der Bayerischen Eliteakademie feilen Studenten an ihrer Persönlichkeit. Sie sollen später - anders als viele Führungskräfte - nicht nur um sich selbst kreisen.
Von Lisa Becker

7. Juni 2012 Mit dem Namen der Einrichtung tun sie sich schwer. Der Begriff Elite sei in Deutschland negativ besetzt und erklärungsbedürftig, sagt der Geschäftsführer. Der akademische Leiter hätte den Namen bei der Gründung nicht gewählt. Und die Studenten berichten, dass er sie auf den ersten Blick fast von einer Bewerbung abgehalten habe. Immer noch erwähnten sie nur ungern, dass sie an einer Eliteakademie studieren. Wir schmücken uns hier nicht mit dem Elitebegriff, sagt Ava Mulla. Wir sehen ihn eher kritisch. In den ersten Seminaren habe man intensiv über den Elitebegriff diskutiert, sagt die 25 Jahre alte Münchener Wirtschaftsingenieur-Studentin, die unter 850 Bewerbern einen der begehrten Studienplätze an der Bayerischen Eliteakademie in München ergattert hat.
Damit ist sie eine von rund 35 Studierenden von bayerischen Hochschulen, die jedes Jahr das strenge Auswahlverfahren der Akademie erfolgreich abschließen. Einen halben Tag lang müssen die Bewerber von einer Station zur nächsten eilen, Interviews führen, sich vor Publikum vorstellen und in vier Minuten Fragen beantworten wie Warum soll die Bayerische Eliteakademie ausgerechnet Sie auswählen?. Total geschafft sei sie danach gewesen, sagt die 22 Jahre alte Viktoria Krastel, die an der TU München Bauingenieurwesen studiert. Sie sei sicher gewesen, es nicht geschafft zu haben - eine Prognose, die sich als falsch herausstellte. Trotz des stressigen Auswahlverfahrens hatte Ava Mulla schon im Assessment Center gespürt, dass es ein ehrliches Interesse gab, mich kennenzulernen und mich nicht auseinanderbrechen zu lassen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Peter v. Tresckow