Juli Zeh
Schriftstellerin oder Richterin? Juli Zeh wollte etwas Solides lernen und studierte Jura. Heute ist sie eine erfolgreiche Autorin - und das Staatsexamen ihr Ass im rmel.
Von Caroline Freisfeld

18. Juni 2012 Juli Zeh hat viel zu tun dieser Tage: in Talkshows über die Piraten-Partei sprechen, sich im englischen Guardian zur Euro-Krise äußern, in deutschen Zeitungen die Urheberrechtsdebatte kommentieren oder die Pflichtuntersuchungen von Kleinkindern als Freiheitseingriff geißeln. Zudem ist die Schriftstellerin gerade zum ersten Mal Mutter geworden. Und bald kommt auch noch ein neues Buch von ihr heraus, eine Beziehungskiste. Nein, doch eher ein Psychothriller, sagt sie nach etwas Überlegen.
Trotz all der Ereignisse sieht die Siebenunddreißigjährige während des Gesprächs in der Berliner Böse Buben Bar entspannt aus - zumindest, soweit das bei ihr möglich ist. Denn Juli Zeh hat ein Gesicht, das immer Konzentration ausstrahlt, vielleicht weil ihre Augen so blitzklar sind oder weil sie ihren Mund, wenn sie nicht redet, spitzt. Wenn sie redet, kommen gestochen scharfe und bemerkenswert verständliche Sätze heraus. Eine an sie gestellte Frage formuliert Zeh oft noch einmal neu. Dann setzt sie zur Antwort an, Schritt für Schritt zerlegt sie eine Behauptung, die sie nicht teilt, oder bestätigt eine, mit der sie übereinstimmt.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Pein, Andreas