European Business School
Skandale haben das Bild der EBS getrübt. Die Studenten stehen jedoch zu ihrer Hochschule. Schließlich bietet ihnen die private Universität glänzende Berufsaussichten.
Von Johannes Pennekamp

14. Juni 2012 Stickige Luft in überfüllten Hörsälen, Professoren, die keine Zeit für persönliche Gespräche haben und Mensa-Mahlzeiten, bei denen der Appetit vergeht - all das kennt Fabian Reusch nur vom Hörensagen. Wenn er aus dem Fenster des Hörsaals schaut, sieht er Schiffe den von Weinbergen gerahmten Rhein hinabschippern. Seine Seminargruppen sind nicht größer als Schulklassen, und die Türen der Professoren stehen ihm immer offen. Besonders schwärmt der Bachelor-Student von den Kontakten zu Unternehmen, die er an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht im Wochentakt bekommt. Stallgeruch statt Uni-Mief eben.
Hier im idyllischen Rheingau bei Wiesbaden reifen nicht nur die Weinreben, in jedem Jahrgang der Universität wachsen Spitzenmanager von morgen heran. So ist die EBS eine der Nachwuchsschmieden für Großbanken wie Goldman Sachs, UBS und Deutsche Bank und für Unternehmensberatungen wie McKinsey und Roland Berger. Mit dem nötigen Können und dem nötigen Kleingeld haben EBS-Studenten beste Aussichten auf steile Karrieren in diesen - trotz Banken- und Wirtschaftskrise - gefragten Unternehmen. Dass die Privatuniversität im vergangenen Jahr reihenweise für Negativschlagzeilen gesorgt hat, hat dem offenbar keinen Abbruch getan.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Peter von Tresckow