Stichprobe
An den Universitäten herrscht eine große Hilflosigkeit vor Texten und ein Mangel an Urteilskraft. Das zeigen etwa die hier dokumentierten Versuche von Studenten, eine Karikatur zu verstehen.
Von Georg Kamphausen

24. Juni 2012 Die eigentliche Revolution des Bildungssystems, so die dafür zuständige Ministerin Schavan, sei die Revolution der Lernkultur. Was sie damit meinen könnte, wird angesichts der dramatischen Veränderungen im gesamten Bildungswesen zunehmend deutlich. Mit der Bachelor- und Modularisierung ihrer Studiengänge schließt die Universität nahtlos an die schulische Praxis der Wissensvermittlung an, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu vermitteln, ohne die lästige Frage zu stellen, was sich denn eigentlich zu wissen lohnt, und die Kunst zu lehren, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
Das relevante Wissensformat einer solchen allein an der Normativität des Faktischen orientierten Informations- und Mediengesellschaft ist das jeweils für aktuell erklärte Lehrbuch sowie die in Skripten und Powerpoint-Präsentationen niedergelegten Auffassungen des Dozenten, also das prüfungsrelevante Kompaktwissen. Das Design der Module und der Aufbau des Studiums, so die Hochschulrektorenkonferenz, fokussiere auf die zu erwerbenden Kompetenzen und damit auf die ,Learning Outcomes´ der Studierenden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Greser & Lenz