Hochschule plus Ausbildung
In Baden-Württemberg sind schon 10 Prozent aller Studienplätze dual, im übrigen Land erst knapp 2 Prozent. Überall wächst diese Studienform rasant. Vor allem Mittelständler freuen sich darüber.
Von Lisa Becker

19. Juli 2012 Claudia Gläser schwört auf das duale Studium. Vor gut fünfzehn Jahren hat sie selbst eines abgeschlossen, seitdem stellt sie in ihrem Maschinenbau-Unternehmen duale Studenten ein - früher alle drei Jahre einen Studierenden, nun hat sie die Frequenz auf zwei Jahre erhöht. Mit dualen Studenten habe ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, sagt sie. Wenn sie einen fertigen Ingenieur einstelle, müsse sie ihn mindestens ein halbes Jahr lang einarbeiten. Ein dualer Student habe hingegen schon einen großen Teil seines Studiums in ihrem Unternehmen verbracht - und sei nach dem Abschluss sofort voll einsatzfähig. Wir kennen dann seine Stärken und Schwächen ganz genau, erklärt Gläser.
Das duale Studium ist für die mittelständische Gläser GmbH, die mit ihren 60 Mitarbeitern in der Kleinstadt Horb am Neckar sitzt, aber vor allem ein gutes Instrument, hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen: Mit dieser Studienform kann sie ihre eigenen Akademiker ausbilden. Einen fertigen Ingenieur über eine Anzeige zu bekommen ist schwieriger, sagt Claudia Gläser.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa