Serie: Arbeiten ohne Geld
Die Buchhalterin Ulrike Fay genießt als Elternbeirätin die Arbeit mit motivierten Leuten. Dafür legt sie auch mal die eine oder andere Nachtschicht ein. Teil 2 der Sommerserie Arbeiten ohne Geld.
Von Lisa Becker

20. Juli 2012 Kurz vor der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Integration macht eine interessante Nachricht die Runde: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier soll die verkürzte Gymnasialzeit G8 in Frage gestellt haben; angeblich befürwortet er, dass die Gymnasien zwischen acht und neun Jahren Schulzeit wählen können. Das ist mir noch zu unkonkret, ich will noch nichts dazu sagen, sagt Ulrike Fay, die Vorsitzende des Frankfurter Stadtelternbeirats. Die 48 Jahre alte Frau mit dem blonden Zopf und dem freundlichen Lächeln steht gutgelaunt vor dem Besuchereingang des Frankfurter Rathauses Römer; in einer Viertelstunde, um 17 Uhr, beginnt die Ausschusssitzung.
Mit ihr ist Alix Puhl zum Römer gekommen, die stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternbeirats, 40 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Die beiden Frauen sind entspannt: Der Ausschuss tagt zum letzten Mal vor den Sommerferien, Brisantes ist nicht zu erwarten. Wir hören mal zu und schauen, ob sich etwas Wichtiges ergibt. Oft ergeben sich die Hausaufgaben erst nach der Sitzung, erklärt Fay. Es ist fünf Minuten vor 17 Uhr. Fay und Puhl machen sich durch das weitverzweigte Frankfurter Rathaus auf den Weg in den Sitzungssaal Haus Silberberg. Sie nehmen auf roten Stühlen Platz, während sich der Raum füllt.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Frank Röth / F.A.Z.