Mpumi Zikalala
Diamanten zu fördern, ist Knochenarbeit. Mpumi Zikalala hat sich in dieser Männerdomäne durchgesetzt und leitet heute erfolgreich eine Mine.
Von Claudia Brll

23. Juli 2012 Mpumi Zikalala lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Auch nicht, wenn mehrere Dutzend wütend skandierende Minenarbeiter vor ihr stehen, bereit, Steine zu werfen, um höhere Löhne durchzusetzen. Die Sicherheitsleute wollten sie zurückhalten, erinnert sich die 33 Jahre alte Südafrikanerin an diesen Vorfall vor einigen Jahren. Es sei zu gefährlich, noch dazu für eine Frau, warnten die Männer. Was soll das?, antwortete Zikalala. Natürlich gehe ich zu meinen Jungs, wir arbeiten jeden Tag miteinander. Wie kann ich mich da feige in einem Konferenzraum verstecken?
Zikalala hat einen Arbeitsplatz, von dem Mädchen normalerweise nicht träumen. Sie ist Managerin der Voorspoed-Mine in Kroonstad, 150 Kilometer südwestlich von Johannesburg. Ihr Arbeitgeber De Beers vermutet, dass sie die einzige Frau auf der Welt ist, die eine Diamantenmine leitet. Unter Zikalalas Aufsicht tragen 400 Kumpel tonnenweise Sand ab, sprengen und zerkleinern Felsbrocken. Es ist eine Knochenarbeit, um an die kostbaren Kohlenstoffverbindungen heranzukommen, die später bei Tiffany in den Auslagen glänzen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: TJ.Lemon