Regina Ziegler
Sie ist die Grande Dame des deutschen Films - und eine überzeugte Unternehmerin. Um Drehbücher zu verfilmen, riskiert Regina Ziegler immer wieder ihr Vermögen.
Von Julia Lhr

20. August 2012 Wer die Büroräume von Regina Ziegler betritt, fühlt sich sogleich in die Filmwelt versetzt. Ein roter Teppich führt durch den langgestreckten Flur der Altbauetage in Berlin-Charlottenburg. An den Wänden hängen Filmplakate, auf dem Samtsofa stapeln sich DVD-Schachteln. Die Szenerie wiederholt sich im Besprechungszimmer: auf dem Boden ein roter Läufer, an den Wänden Filmkunst. Als Regina Ziegler mit ihrem rotgefärbten Haarschopf und in einem wallenden schwarzen Hosenanzug mit lila Schal und lila Klunkern zum Gespräch erscheint, fehlt eigentlich nur noch das Blitzlichtgewitter der Fotografen für einen filmreifen Auftritt.
Die Achtundsechzigjährige ist so etwas wie die Grande Dame des deutschen Films. Vor fast vierzig Jahren gründete sie ihre Produktionsgesellschaft Ziegler Film. Heute ist ihr Name weithin bekannt, etwa durch Kinofilme wie Fabian oder Kamikaze 1989, aber auch durch zahlreiche Fernsehserien wie Weissensee und Die Landärztin. Die Liste der Auszeichnungen reicht vom Bundesverdienstkreuz über den Grimme-Preis bis hin zum amerikanischen Emmy. Doch in Regina Zieglers Karriere gibt es nicht nur glanzvolle Momente. Vom roten Teppich zu den roten Zahlen ist es nicht weit gewesen: Mehr als einmal blieb sie auf Verlusten sitzen, weil ein Film die Produktionskosten nicht wieder einspielte. Ich habe das Haus meiner Mutter verkauft, mein eigenes Haus beliehen, sagt sie mit ihrer rauchigen Stimme. Vom Weitermachen abgehalten hat sie das nie.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa