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Häuslebauer in Rumänien

23.08.2012


Baureisen in arme LänderGemeinsam ein Haus bauen, dafür muss man weder Architektur noch Ingenieurwesen studiert haben. Durch den Verein Habitat for Humanity ...


23. August 2012 Baureisen in arme Länder

Gemeinsam ein Haus bauen, dafür muss man weder Architektur noch Ingenieurwesen studiert haben. Durch den Verein Habitat for Humanity können sozial engagierte Menschen beim Bau von einfachen, aber sicheren und schützenden Häusern in denjenigen Ländern helfen, in denen Armut und Not am größten ist. Die Arbeiten können von jedem, egal welchen Alters oder beruflichen Hintergrunds, geleistet werden. Zur Unterstützung gibt es Einführungen vorab. Bisher fahren hauptsächlich Schulen und Unternehmen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility auf Baureisen, es können sich aber auch Einzelpersonen, Sportfreunde, Gemeindemitglieder, Kegelgruppen für einen gemeinsamen Baueinsatz entscheiden. Auch die Internationale Schule ISS Stuttgart unternimmt bereits seit sechs Jahren jedes Jahr mit einer Gruppe von Schülern und Lehrern eine Baureise mit Habitat for Humanity Deutschland. Der 18 Jahre alte Schüler Paul Ladwig war dabei und findet: „Es war eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich nie vergessen werde, denn ich konnte Dinge lernen, die ich im Alltagsleben anwenden kann.“

Paul Ladwig, ISS Stuttgart

Radio für Patienten

Seit 2007 arbeite ich ehrenamtlich für das Patientenradio in der Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden. Wir machen ein stadtbezogenes Krankenhausradio nach dem Motto: gute Laune, gute Besserung. Mit 100 Mitgliedern und rund 20 Aktiven gestalten wir ein informatives Programm, das den Patienten den Alltag im Krankenhaus vergessen lassen soll.

Nico Lange, Radio Klinikfunk Wiesbaden e. V.

Vereinte Nationen im Kleinformat

Ich bin 26 Jahre alt und engagiere mich seit 2007 bei Model United Nations Schleswig-Holstein (MUN-SH, mun-sh.de), einer UN-Simulation für Jugendliche und junge Erwachsene. Bei diesem Planspiel kommen 400 Teilnehmer aus ganz Deutschland in den Kieler Landtag und erleben einige Tage lang eine Sitzung der Vereinten Nationen. MUN-SH findet jedes Jahr im Frühjahr statt und wird von einem Team von rund 70 Ehrenämtlern organisiert - zum größten Teil Schüler und Studenten. Das ist sehr zeitaufwendig und verschlingt jetzt zu meiner Projektleitungszeit zehn bis 20 Stunden pro Woche. Warum ich mich im Team engagiere, hat mehrere Gründe: Da wäre zunächst das Team selbst. Wenn es ans Arbeiten geht, entfaltet sich eine ganz besondere Gruppendynamik. Eine Horde junger Leute, die gemeinsam diese Riesenkonferenz stemmen und dafür sogar freiwillig früh aufstehen, nachdem die Nacht vorher sehr lang war - das ist was Besonderes. Ich habe schon in mehreren Teams ehrenamtlich mitgearbeitet, aber nirgends habe ich auch nur ansatzweise diese Motivation im Team gespürt. Das Projekt hat ein Volumen von über 40 000 Euro, insgesamt sind um die 500 Menschen beteiligt. So eine Verantwortung gibt es außerhalb des Berufslebens für Leute unseres Alters eigentlich nicht. Für mich persönlich nicht zu unterschätzen ist, dass ich lerne, Führungsverantwortung zu übernehmen, ein Team anzuleiten und zu motivieren und den Überblick über das große Ganze zu behalten. Gar nicht so einfach.

Bastian Kruse, Model United Nations SH

Probleme ordnen

Im Tafelladen kommen die sozialen Probleme geballt zusammen. Immer freitags um 14 Uhr gebe ich kostenlose Rechtsauskunft neben der Kleideroase. Die Schicksale sind bedrückend, und es gilt, vieles erst mal zu ordnen, das Wesentliche herauszufinden und Unterlagen beizuschaffen. Fast immer sind erhebliche Artikulationsprobleme zu überwinden, nicht nur bei Ausländern. Viele Probleme sind den Auskunftsuchenden über den Kopf gewachsen, und sie sind froh, mit jemandem darüber sprechen zu können, der die nächsten Schritte weist.

Lothar Klatt, Rechtsanwalt aus Ulm

Vaterersatz für Konrad

Bei meiner Arbeit geht es eher technisch zu, die Einhaltung von Gesetzen sicherzustellen ist ein nüchternes Geschäft. Mit Konrad dagegen ist alles sehr emotional. Ein Kind zeigt einem ja sofort, wie es ihm geht und was es will. Jeden Samstag hole ich den 10-jährigen Jungen ab, und dann unternehmen wir etwas Schönes: schwimmen oder spazieren gehen, ein Museum oder einen Freizeitpark besuchen. Sonst ist keiner da, der ihm so etwas bieten könnte: Seine Mutter ist schwer krank, den Vater kennt er nur von Ferne. Diesen Sommer waren wir zusammen in Polen, im Heimatland seiner Mutter. Auch um ernstere Sachen kümmere ich mich, Hausaufgaben etwa. Auf dem Schulfest fragten seine Freunde, ob ich sein Vater sei. „Das wäre schön“, sagte Konrad, „aber er ist mein Pate.“ Früher, als ich als Kind eine Zeitlang sehr isoliert leben musste, hätte ich mir auch einen Paten gewünscht. Heute bin ich das für Konrad. Und dass mir das so wichtig werden würde, dass mich das so beglücken kann, hätte ich nicht gedacht.

Ulrich Krauter, Bankangestellter, 34 Jahre alt

Bildung für Straffällige

Ich bin Vorsitzender des Rockenberg-Vereins aus Dreieich, der inzwischen fast 80 Mitglieder zählt. Wir kümmern uns um die Bildung der jungen Straffälligen in der JVA in Rockenberg. Ich bin mit viel Herzblut dabei - und das neben meinen Vollzeitjob alles ehrenamtlich. Es ist eine sehr dankbare Arbeit.

Frits Baron van Dedem, Dreieich-Buchschlag

Englisch für Knackis

Seit zehn Jahren unterrichte ich Englisch für jugendliche Straftäterinnen in der Frauenhaftanstalt Preungesheim, mit dem Ziel, einen qualifizierten Hauptschulabschluss hinzukriegen. Bis jetzt hat es immer geklappt.

Elisabeth von Christen, Frankfurt

Die komplette Sommerserie finden Sie unter www.faz.net/ehrenamt.

Text: F.A.Z.