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Whistleblowing

Ich sehe was, was du nicht siehst

25.10.2012


Über Missstände in Unternehmen wissen die eigenen Mitarbeiter immer am besten Bescheid. Das kann für die Arbeitgeber teuer werden - wenn sie nicht gegensteuern.

Von Corinna Budras



25. Oktober 2012 Dieser Tipp hat sich gelohnt: 104 Millionen Dollar hat der ehemalige Vermögensverwalter der UBS, Bradley Birkenfeld, dafür kassiert, dass er seinen früheren Arbeitgeber den amerikanischen Steuerbehörden ans Messer geliefert hat. Er brachte die ersten Hinweise, dass das Finanzinstitut von der Schweiz aus reichen Amerikanern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hat. Ganz ohne eigene Buße gab es dieses Vermögen jedoch nicht: Auch er selbst musste wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Kürzlich wurde er entlassen.

Die 104 Millionen Dollar erhielt Birkenfeld aus dem Hinweisgeberprogramm der amerikanischen Steuerbehörde IRS. Solche staatlichen „Whistleblowersysteme“ gibt es in den Vereinigten Staaten zuhauf: Korruption, Kartelle, schadhafte Produkte - das Wirtschaftsleben wimmelt von Straftaten, und die Behörden wüssten gerne mehr davon. Deshalb setzen sie üppige Belohnungen aus, oft bekommen die Tippgeber einen bestimmten Prozentsatz des später erhobenen Bußgeldes. Auch in Deutschland sind Behörden froh über Informationen, nur zahlen sie in der Regel nicht dafür. Das Bundeskartellamt hat erst im Juni ein anonymes Hinweisgebersystem eingerichtet, seitdem trudeln regelmäßig Informationen über Kartelle ein. Einige Hinweise hätten schon zu einer Untersuchung geführt oder zumindest laufende Verfahren unterstützt, wie ein Behördensprecher sagt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Foto Getty

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