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Kolumne „Mein Urteil“

Wie beweise ich eine Diskriminierung?

11.12.2012


Um betroffenen Mitarbeitern den Nachweis einer Diskriminierung zu erleichtern, sieht das Gesetz eine Umkehr der Beweislast vor. Wer sich vom Arbeitgeber diskriminiert fühlt, muss zunächst nur bestimmte Anzeichen - so genannte Indizien - vortragen.

Von Marcel Grobys



11. Dezember 2012 Diese Frage steht in vielen Gerichtsprozessen im Mittelpunkt, seitdem der Gesetzgeber die Vorschriften zum Diskriminierungsschutz im Arbeitsverhältnis erheblich verschärft hat. Um betroffenen Mitarbeitern den Nachweis einer Diskriminierung zu erleichtern, sieht das Gesetz eine Umkehr der Beweislast vor. Wer sich diskriminiert fühlt, muss zunächst nur bestimmte Anzeichen - so genannte Indizien - vortragen, die eine mögliche Diskriminierung nahelegen. Daraufhin ist es Sache des Arbeitgebers, die Vermutung zu entkräften und zu beweisen, dass kein unzulässiges Verhalten vorliegt.

In der Regel sind die Gerichte eher großzügig, wenn es um die Annahme von diskriminierungsrelevanten Indizien geht. So hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) auch die Aussage gegenüber einer schwangeren Frau, sie solle sich doch angesichts der abgelehnten Beförderung auf ihr Kind freuen, als mögliches Indiz für eine geschlechtsbedingte Benachteiligung in Erwägung gezogen. Es kommt aber stets auf eine Abwägung aller Umstände an. Allein die Tatsache, dass jemand nicht berücksichtigt und ein vergleichbarer Beschäftigter mit einer anderen Hautfarbe eingestellt wird, sagt noch nichts über ein unzulässiges Verhalten des Arbeitgebers aus.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Cyprian Koscielniak / F.A.Z.

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