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Latein als Studienvoraussetzung

Cicero wird noch gebraucht

26.12.2012


Früher war Latein eine Grundvoraussetzung für viele Studiengänge. Das hat sich in Teilen geändert: Für Medizin benötigt man kein Latinum mehr, für viele Bachelor-Studiengänge auch nicht. Im Masterstudium kommt man aber oft nicht ohne aus.

Von Birgitta vom Lehn



26. Dezember 2012 „Salvete!“ Die stilechte Begrüßung gehört für den pensionierten Lateinlehrer Hans-Wolfgang Reimers dazu. Am Ende seines anderthalbstündigen Sprachkurses an der Bremer Uni, zu dem jeden Freitagmittag 16 junge Frauen und Männer zusammenkommen und Vokabeln samt Grammatik büffeln, zeichnet der 69-Jährige ein Strichmännchen auf das Whiteboard und beschriftet die einzelnen Körperteile: „collum“ für Hals, „pectus“ für Brust, „mammae“ für Brustwarzen, „umbilicus“ für Bauchnabel. Man müsse die Studenten bei Laune halten, sonst blieben sie weg, sagt Reimers. Schließlich seien alle Teilnehmer freiwillig gekommen, fürs Studium brauche hier niemand mehr Latein. Nur wer seine Masterarbeit in Alter oder Mittelalterlicher Geschichte schreibt, muss in Bremen noch das Latinum vorweisen.

Den Kursteilnehmern geht es vielmehr darum, sich für einen möglichen Uni-Wechsel zu rüsten: An vielen Hochschulen gehört Latein noch zum Pflichtprogramm. Gerade in Fächern wie Geschichte und Romanistik streiten sich die Gelehrten allerdings darüber, ob die Sprache Cäsars und Ciceros für Studenten Pflicht sein soll oder nicht. „Wir haben uns dagegen entschieden, weil es für Schüler oft nicht realistisch ist, mehrere romanische Sprachen zu lernen“, sagt Maren Schmidt-von Essen, Dozentin an der Bonner Romanistik-Fakultät. „Latein ist oft eine Entscheidung gegen moderne Sprachen, und das ist schade.“

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Peter von Tresckow

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