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Kolumne „Mein Urteil“

Schwangere Vertretung

16.01.2013


Muss ich sagen, dass ich schwanger bin, wenn ich mich als Schwangerschaftsvertretung bewerbe? Oder darf ich in so einem Fall im Bewerbungsgespräch lügen?

Von Doris-Maria Schuster



8. Januar 2013 Wenn ein Arbeitgeber auf der Suche nach einer Vertretung für seine schwangere Mitarbeiterin ist, dann will er in der Regel eines nicht: eine schwangere Bewerberin einstellen. Die arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, sich davor zu schützen, sind allerdings begrenzt. Das musste unlängst eine Anwaltskanzlei feststellen, die im September 2011 für knapp 15 Monate befristet eine Rechtsanwaltsfachangestellte als Schwangerschaftsvertretung eingestellt hatte.

Diese nahm im Oktober 2011 ihre Tätigkeit auf und informierte ihren Arbeitgeber im November, also knapp einen Monat nach Aufnahme ihrer Tätigkeit, darüber, schwanger zu sein und in voraussichtlich vier Monaten selbst in Mutterschutz zu gehen. Wie sich in der Folge herausstellte, war der Bewerberin bei Abschluss des Arbeitsvertrages bekannt, dass sie schwanger war. Sie hatte das jedoch nicht offengelegt. Die Anwaltskanzlei fühlte sich im Bewerbungsprozess hintergangen und reagierte darauf mit einer Anfechtung des Arbeitsverhältnisses wegen arglistiger Täuschung. Dagegen klagte die Schwangerschaftsvertretung und bekam sowohl in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Bonn als auch in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Köln recht (Az.: 6 Sa 641/12).

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Cyprian Koscielniak / F.A.Z.

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