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Zuwanderung

Die Spanier sind da

15.02.2013


Sie wollen der Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat entfliehen und packen ihre Koffer: Junge Spanier werden von deutschen Arbeitgebern im ganzen Land umworben. Aber Berlin kann zur Falle werden.

Von Sven Astheimer



15. Februar 2013 Mit Geschenken ist man auf deutscher Seite zurückhaltend geworden. Der Portugiese Armando Rodrigues erhielt 1964 nicht weniger als ein Motorrad, als er als millionster Gastarbeiter auf dem Bahnhof in Köln-Deutz ankam. Heute tut es schon eine Plastiktasche mit hessischen Spezialitäten, und Gastarbeiter nennt Ignacio Úbeda auch niemand mehr. Einen großen Bahnhof am Frankfurter Flughafen bekam der 24 Jahre alte Spanier dieser Tage dennoch bereitet. Denn Úbeda ist die erste spanische Fachkraft, die im Rahmen eines Modellprojektes des Landes Hessen angeworben wurde. Sichtlich eingeschüchtert schüttelte der junge Mann artig Hände und nahm die Begrüßung des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner an der Spitze des Empfangskomitees entgegen. Das Programm helfe allen Beteiligten, so die Botschaft des Politikers, arbeitslosen Spaniern wie deutschen Arbeitgebern. Úbeda ist erst der Anfang - 20 Arbeitsverträge sind schon unterschrieben, 100 sollen es werden.

Überall in Deutschland treffen in diesen Tagen junge Menschen vor allem aus Südeuropa ein, getrieben von der Hoffnung auf eine berufliche Zukunft. Im ersten Halbjahr 2012 stieg die Zahl der Ankömmlinge aus Griechenland gegenüber dem Vorjahr um 78 Prozent, aus Spanien und Portugal jeweils um 53 Prozent. Sie sind auf der Flucht vor der Tristesse in ihren Heimatländern. In Griechenland betrug die Arbeitslosenquote zuletzt 27, in Spanien 26 Prozent. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren sind es jeweils sogar weit über 50 Prozent. Der deutsche Arbeitsmarkt schlägt sich dagegen trotz Dauerkrise prächtig, und die größte Volkswirtschaft des Kontinents macht sich mehr Gedanken darüber, woher sie die dringend benötigten Fachkräfte bekommt.


Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Cyprian Koscielniak

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