Kolumne
Klamm verliert seine Stimme und das ausgerechnet vor dem wichtigen Vorstellungsgespräch mit dem Star der Branche. Das kann ja nur schief gehen - oder?
Von Georg M. Oswald

31. August 2012 Klamm war zufrieden mit seiner Karriere. In seinem Fall war das Wort durchaus angemessen. Mit 42 Jahren hatte er es bis in die Geschäftsleitung gebracht, und sein Chef würde in drei Jahren in den Ruhestand gehen. Dass Klamm der Nachfolger würde, galt als ausgemachte Sache. Doch dann rief Stahl an. Nicht Stahl selbst natürlich, sondern sein Büro. Stahl war der Star der Branche. Aus dem Nichts hatte er ein kleines Imperium geschaffen. Die Firmen, die Stahl besaß, waren nicht nur rentabel, sie waren schick - sexy, wie die Zeitungen neuerdings schrieben.
Stahl wollte Klamm sehen. Es konnte nur um ein Jobangebot gehen. Eine Spitzenposition, dachte Klamm, sonst würde Stahl ihn nicht persönlich sprechen wollen. Am liebsten schon in der nächsten Woche. Klamm sagte zu.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Cyprian Koscielniak