jagr. BERLIN, 28. Juni. Der Anteil an Frauen im Management der deutschen
Konzerne nimmt zu, wenn auch langsam. Das geht aus einer am Donnerstag erstmals
veröffentlichten Zusammenstellung für die 30 im Aktienindex Dax notierten
Unternehmen hervor, den Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) mit den
Personalvorständen von Eon, BMW und der Deutschen Telekom vorstellte. Demnach
stieg der Anteil von Frauen in Führungspositionen im großen Teil der Konzerne
meist um etwas mehr oder weniger als einen Prozentpunkt. In Deutschland
beschäftigte Bayer im Jahr 2011 beispielsweise 19 Prozent Frauen in
Führungspositionen, während es 2010 noch 17 Prozent waren, die Allianz 25,6
Prozent (Vorjahr 24,7 Prozent), BMW 9,1 (8,8 Prozent), die Deutsche Post 17,9
(Vorjahr 17 Prozent). Die Prozentzahlen sind aber schlecht vergleichbar, weil
jedes Unternehmen unterschiedlich hohe Führungsebenen in die Berechnung
einbezogen hat. Die Telekom erhöhte den Frauenanteil von 12,5 auf 13,8 Prozent,
MAN von 9,9 auf 11 Prozent. Im vergangenen Herbst hatten sich die Dax-Konzerne
jeweils Ziele zur Steigerung des Frauenanteils gesetzt. In jedem Jahr soll nun
ein Fortschrittsbericht veröffentlicht werden. So will die Wirtschaft den
politischen Druck zur Einführung gesetzlicher Quoten mindern. Ministerin
Schröder befürwortet eine gesetzliche Pflicht zur Einführung "flexibler"
Quotenziele, die sich Unternehmen selbst setzen, die FDP ist dagegen. Schröder
kritisierte, der Bericht schaffe zwar mehr Transparenz, aber nicht genug. Es
müsse spezifische Ziele für Deutschland geben und der Bericht müsse klar
benennen, welche Unternehmen dahinter zurückbleiben: "Es wäre für Sie kein
Problem, das künftig auszurechnen." Eon-Personalvorstand Regine Stachelhaus
sagte, das "Zeitalter der Frauen" sei eingeläutet.