mas. BERLIN, 16. Juli. Die Unionsfraktion plant keine gesetzliche Deckelung
von Managergehältern. Ein Eigentümer könne bestimmen, was er leitenden
Angestellten bezahle, meinte Unionsfraktionschef Volker Kauder. "Dass wir
Managergehälter begrenzen und damit einen Eingriff in das verbriefte
Eigentumsrecht machen, sehe ich überhaupt nicht", sagte der CDU-Politiker am
Montag in Berlin. Er reagierte damit auf Bundestagspräsident Norbert Lammert
(CDU), der harsche Kritik an Führungskräften der Wirtschaft übte. Es gebe seit
Jahren einen fröhlichen Überbietungswettbewerb, sagte Lammert der "Süddeutschen
Zeitung". Es werde zwar eine Selbstregulierung der Wirtschaft verkündet. "Dazu
gehört auch die Vereinbarung von Gehaltsbegrenzungen, von denen sich Unternehmen
aber, wenn es halt nicht passt, möglichst unauffällig verabschieden." Der
Bundestagspräsident sprach von hohen Einkommensunterschieden. "Das ist nicht zu
rechtfertigen." Das sei die Verselbständigung der Gehaltsfindung, die den
Verdacht der Selbstbedienung nahelege. "Ich bin gelegentlich fassungslos über
die Gedankenlosigkeit oder die Skrupellosigkeit, mit der solche Ansprüche
geltend gemacht und durchgesetzt werden." Kauder sagte, im Einzelfall gebe es
tatsächlich zu hohe Gehälter. Bezüge würden jedoch von den Aufsichtsräten
festgelegt. Dabei wundere er sich manchmal schon, in welchen Größenordnungen
auch Vertreter der Gewerkschaften zustimmten und sich später wegduckten.
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