loe. FRANKFURT, 19. September. Der Ruf in der Bevölkerung nach einer
stärkeren Regulierung der Managergehälter wird lauter. 64 Prozent der Deutschen
stufen die bestehenden gesetzlichen Regelungen als nicht ausreichend ein. Vor
einem Jahr waren es nur 58 Prozent. 77 Prozent vertreten die Ansicht, dass es
eine Obergrenze für Boni geben sollte. Das ergab eine Umfrage der
Marktforschungsinstitute Demoscope und GfK im Auftrag der Unternehmensberatung
Hostettler Kramarsch & Partner (HKP). Befragt wurden 1000 Menschen; die
Beratungsgesellschaft spricht von einer repräsentativen Umfrage. Die Berater von
HKP verweisen darauf, dass alle 30 Dax-Unternehmen nach eigenem Bekunden schon
Obergrenzen ("Caps") für die Vergütung ihrer Vorstände festgelegt hätten, dies
aber nicht transparent genug kommunizieren würden. Außerdem seien viele "Caps"
offenkundig so hoch angesetzt, dass sie selten zum Einsatz kämen. Mit Blick auf
die öffentliche Wahrnehmung sollten die Unternehmen daher den
"Möglichkeitsrahmen" reduzieren. Es sei nicht wie vielfach angenommen so, dass
sich vor allem Niedrigverdiener über hohe Managergehälter aufregten, betonen die
Berater. Stattdessen habe die Umfrage gezeigt, dass sich dieses Phänomen quer
durch alle Alters- und Einkommensklassen ziehe.