Papiersparte will Belegschaft bis Herbst 2013 verkleinern
sup. STUTTGART, 22. Mai. Der Anlagenbauer Voith bekommt die Digitalisierung
des Alltags und den dadurch sinkenden Bedarf an grafischen Papieren für
Zeitungen oder Magazine in seiner Papiermaschinen-Sparte zu spüren. Als Reaktion
auf die Veränderung des Marktes sei bis zum Herbst 2013 der Abbau von 710
Arbeitsplätzen notwendig, teilte Voith mit. Am stärksten betroffen von den
Maßnahmen sind demnach die Standorte Ravensburg mit 300 Arbeitsplätzen und der
Stammsitz Heidenheim mit 280 Stellen. Der übrige Abbau entfällt auf Krefeld und
das österreichische Sankt Pölten. Wo immer möglich, solle den betroffenen
Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung im Konzern angeboten werden, erklärte die
Geschäftsführung von Voith Paper gegenüber den Belegschaften. Man wolle
betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden.
Die Papiermaschinen-Sparte ist mit zuletzt 1,8 Milliarden Euro Umsatz und 10 000
Mitarbeitern immer noch die stärkste Sparte des Konzerns, der auch in den
Segmenten Wasserkraft und Antriebstechnik sowie als Dienstleister für die
Industrie tätig ist. Während die Perspektiven für die teuren grafischen
Papiermaschinen mittel- und langfristig schlecht seien, gebe es einen wachsenden
Markt für mittelgroße Anlagen für die Herstellung von Karton und
Verpackungspapier, erklärt Voith. Diese würden vor allem in Asien nachgefragt.