Verband erwartet 2 Prozent Produktionswachstum
hpa. FRANKFURT, 6. September. Die deutschen Maschinenbauer werden, anders
als die Chemie und die Elektroindustrie, wieder mutiger: Bislang waren sie für
dieses Jahr von einem Nullwachstum ihrer Produktion ausgegangen, nun erwartet
der Branchenverband VDMA doch ein leichtes Plus von 2 Prozent in 2012. Diese
Anhebung basiere insbesondere auf den Produktionswerten des starken ersten
Quartals. "Das gibt uns Schub fürs gesamte Jahr", erläuterte der
VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Doch die Unternehmen scheinen auch
zuversichtlich, dass sie in den kommenden Monaten weitere Aufträge aus aller
Welt einsammeln können. Denn auch für 2013 peilt der Verband ein Produktionsplus
von 2 Prozent an. Dahinter stehe die Erwartung, "dass sich das
weltwirtschaftliche Umfeld aufhellt und sich insbesondere die Konjunktur in
China fängt", sagte Wiechers.
Aktuell können viele Maschinenbauer die Absatzprobleme in Südeuropa durch
unerwartet starke Zuwächse in anderen Ländern mehr als wettmachen. Dazu zählt
insbesondere Amerika, wo viele Fabriken mit deutschen Anlagen modernisiert und
produktiver gemacht werden. "Unsere Exporte nach Amerika erleben ein echtes
Hoch", sagte Wiechers; im ersten Halbjahr wurden Anlagen für rund 7 Milliarden
Euro dorthin ausgeführt. In Asien hat sich der wichtigste Einzelmarkt China
inzwischen zwar deutlich abgeschwächt, der Maschinenexport dorthin sank im
ersten Halbjahr um 9 Prozent. Zugleich erzielten die Unternehmen aber kräftige
Wachstumserfolge in einigen südostasiatischen Ländern. "Es gibt Wachstumsmärkte,
die den Rückgang in China ausgleichen", sagte Wiechers.
Spannend bleibe die Entwicklung in Europa und im Inland, wo die jüngsten
Auftragszahlen für Verwirrung sorgten. Während die Bestellungen aus den
Euroländern im Juli wieder zulegten, sanken die Neuaufträge aus dem Inland um 18
Prozent zum Vorjahr. Eine Interpretation falle derzeit noch schwer, sagte
Wiechers.