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Hacker greifen häufiger Großbetriebe an

18.09.2012


Mehrheit der Entscheidungsträger erwartet deutlichen Zuwachs von Angriffen


magr. FRANKFURT, 17. September Eine Minderheit der deutschen Unternehmen
wird derzeit häufig oder gelegentlich über ihre jeweiligen Systeme für
Informationstechnologie (IT) angegriffen. Dieses Ergebnis liefert eine am Montag
veröffentlichte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von
T-Systems, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Demnach antworten 14
Prozent der repräsentativ befragten Entscheidungsträger aus der Wirtschaft, dass
ihr Unternehmen "häufig" IT-Angriffen ausgesetzt sei; 19 Prozent antworteten auf
die Frage mit "gelegentlich".

Dabei nimmt die Häufigkeit mit der Größe des Unternehmens zu: Von
Entscheidungsträgern aus Unternehmen mit einem Umsatz von 500 Millionen Euro und
mehr antworteten 18 Prozent, dass sie häufig angegriffen werden. Für Unternehmen
mit einem Umsatz zwischen 100 und 500 Millionen Euro liegt dieser Wert bei 16
Prozent. Für Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen Euro
antworteten nur 6 Prozent, dass sie häufig Angriffe erleiden. Für die Umfrage
holte das Allensbacher Institut die Meinung von 214 Führungskräften aus großen
Unternehmen ein, darunter 110 Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände sowie 104
andere Führungskräfte. Außerdem befragten die Meinungsforscher 128 Abgeordnete
aus dem Bundestag, aus Landtagen sowie aus dem Europäischen Parlament.

Die befragten Entscheidungsträger schreiben Gefahren aus dem Internet sowie
Gefahren durch Datenschutzverletzungen einen hohen Stellenwert zu. Um zu diesem
Ergebnis zu kommen, holten die Meinungsforscher die Einschätzung ein, wie die
Befragten zu insgesamt 19 Gefahren aus allen Lebensbereichen stehen. Auf der so
entstehenden Liste rangieren etwa die Angst vor Inflation, einer
lebensbedrohlichen Krankheit oder auch davor, in einen Verkehrsunfall verwickelt
zu werden, hinter Gefahren aus der virtuellen Welt: 55 Prozent der
Entscheidungsträger sehen etwa im Missbrauch persönlicher Daten ein großes
Risiko. Für 54 Prozent stellt der Datenbetrug im Internet eine große Gefahr dar.
49 Prozent halten Computerviren für sehr risikoreich und 30 Prozent den Betrug
mit EC-Karten an manipulierten Bankautomaten. Die Liste führt mit 57 Prozent die
Angst vor der eigenen Pflegebedürftigkeit im Alter an. Obwohl die Angst vor
virtuellen Gefahren demnach groß ist, ist sie zugleich in Teilen rückläufig -
allerdings auf hohem Niveau. Im Vorjahr hielten noch mehr Entscheidungsträger
etwa den Missbrauch von persönlichen Daten oder die Gefahr durch Computerviren
für ein großes Risiko.

Das Bild könnte sich in der Zukunft allerdings wieder umkehren. Auf die Frage,
welche Risiken in Zukunft besonders stark zunehmen werden, antworteten 32
Prozent der Befragten, dass die Gefahr durch den Missbrauch persönlicher Daten
anwachsen werde. 28 Prozent gaben an, dass das Risiko durch Internet- und
Computerkriminalität allgemein stark zunehmen werde. Gleichzeitig erwartet eine
knappe Mehrheit von 50 Prozent der Befragten eine deutliche Zunahme von
Hacker-Angriffen. Unter Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft lag dieser Wert
mit 51 Prozent etwas höher als in der Politik mit 48 Prozent. Aber auch hier hat
sich der Wert innerhalb eines Jahres verringert. 2011 erwarteten noch insgesamt
66 Prozent, dass Hacker-Angriffe deutlich zunehmen werden.

Im Jahresverlauf hat sich auch die Einschätzung des Themas "Cloud Computing"
verändert, also der Datenspeicherung auf externen Servern. Hielten 2011 noch 26
Prozent der Entscheidungsträger dieses Verfahren für sehr unsicher, sind es in
diesem Jahr noch 19 Prozent.