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Europas IT-Anbieter mit geringem Marktanteil

25.09.2012



magr. FRANKFURT, 24. September. Europäische Unternehmen aus der
Informations- und Kommunikationstechnologie haben derzeit nur einen geringen
Anteil am Weltmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des
Management-Beratungsunternehmens A.T. Kearney. Demnach erwirtschaften
europäische Unternehmen weniger als 10 Prozent der globalen Umsätze, die 2011
bei 2,8 Billionen Dollar lagen.

Zur Liste der 100 wichtigsten Technologieunternehmen zählen den Beratern zufolge
derzeit 15 europäische Unternehmen. Relativ gut vertreten sind demnach
europäische Unternehmen im Marktsegment IT-Dienstleistungen, wo unter den 20
führenden Unternehmen sieben mit Sitz in Europa rangieren. Allerdings belegen
amerikanische und asiatische Konkurrenten die ersten drei Plätze. Im Segment
Software rutschten zwei europäische Unternehmen unter die bestplazierten, das
deutsche Unternehmen SAP erreichte hier einen fünften Platz.

Auch bei Telekommunikationsausrüstung steht Europa verhältnismäßig gut da. Die
Unternehmen Ericsson, Alcatel-Lucent und Nokia Siemens Networks kamen in dieser
Rangliste auf die Plätze zwei, drei und fünf. In der Rangliste der
Handy-Produzenten taucht einzig Nokia auf Platz drei der besten zehn auf und im
Segment Unterhaltungselektronik Philips auf einem achten Rang. In drei der
insgesamt neun untersuchten Marktsegmente findet sich dagegen gar kein
europäischer Wettbewerber. Sowohl in der IT-Hardware, bei den PC- und
Notebook-Herstellern und bei den Produzenten von elektronischen Komponenten
spielen Europäer keine führende Rolle.

Noch arbeiteten mehr als drei Millionen Europäer in der ITK-Industrie,
berichteten die Berater, allerdings sei diese Zahl rückläufig, da Zulieferer und
Abnehmer zunehmend ihre Tätigkeit nach Asien verlagerten, weil dort die Löhne
niedriger lägen. Demnach liegen die durchschnittlichen Produktionskosten in
China rund 20mal niedriger als in Westeuropa.

Trotz dieser Ergebnisse gebe es in der europäischen IT-Industrie ungenutzte
Potentiale, die wieder zu einem Auftrieb führen könnten, hieß es im Bericht
weiter. "Zwar werden sich Segmente wie Unterhaltungselektronik weiter
hauptsächlich auf den asiatischen Markt konzentrieren", ließ sich Studienautor
Jan Stenger zitieren. "Hightech hat in Europa aber eine Zukunft in Segmenten mit
hohem lokalen Dienstleistungsanteil sowie in Segmenten mit komplexen Prozessen,
die zwischen Unternehmen ablaufen."