Software-Unternehmen gründen Verein "IT for work"
höv. DARMSTADT. Software- und Computerunternehmen aus Südhessen haben sich
zusammengeschlossen und den Verein "IT for work" gegründet. Die Gründung wurde
am Dienstag in Darmstadt beschlossen. Beteiligt sind 29 Firmen, wie der
Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Uwe Vetterlein,
sagte. Gedacht sei der Verein als Unterstützung für kleine und mittelständische
Unternehmen, von denen es in Südhessen rund 7000 gebe. Mitglieder seien Betriebe
mit zwei oder drei Mitarbeitern bis zu Firmen mit 500 Angestellten. "IT for
work" solle diesen Firmen ermöglichen, "aus dem Schatten der Großen
herauszutreten", sagte Volker Scheidler, Vorsitzender des Vereins und
geschäftsführender Gesellschafter der SAC GmbH.
Nach Vetterleins Worten arbeiteten die Software-Unternehmen Südhessens schon
bisher in einem Netzwerk zusammen. Der Verein biete einen verbindlicheren Rahmen
für diese Kooperation. Sei das Netzwerk bisher von der Darmstädter Handelskammer
betreut worden, habe der neue Verein einen größeren Einzugsbereich über den
IHK-Bezirk hinaus bis in den Hanauer Raum.
Der Zusammenschluss ermögliche es zum Beispiel mehreren kleinen Unternehmen,
gemeinsam einen großen Auftrag anzunehmen und zu erledigen. Nach Scheidlers
Worten arbeiten die Software-Firmen in Südhessen vor allem an Programmen für
Unternehmen, nicht für die Computer von Privatleuten zu Hause. Auch sehr
spezielle Softwarelösungen für bestimmte Branchen würden im Darmstädter Raum
geschrieben. Bei Programmen, die der Sicherheit von Computersystemen und Daten
dienten, sei Südhessen führend auf der Welt, sagte Sascha Peters, Manager des
Vereins.
Der neue Verein verstehe sich als Dienstleister für seine Mitglieder, sagte
Vetterlein. Sie zahlen einen Beitrag von 100 Euro im Jahr für ein kleines
Unternehmen. Dafür erhielten sie Informationen und Beratung, auch zu
juristischen Fragen. Der Verein biete eine verbindlichere und verlässlichere
Form der Zusammenarbeit.
Wenn zum Beispiel ein Unternehmen für einen großen Auftrag neue Entwickler und
Partnerfirmen suche, könne der Verein die Suche erleichtern und die Vorlaufzeit
verkürzen. Es werde auch ein Verhaltenskodex für die Mitglieder herausgegeben,
der Regeln für die Kooperation zwischen den Firmen aufstelle. Dieser Kodex
regele etwa die Anerkennung von Lizenzen und Vorschriften, dass ein Unternehmen
sich nicht das Know-how seiner Partner aneignen dürfe.
Der Verein werde ein Mittler sein für den Kontakt zu Hochschulen und anderen
Wissenschaftsinstituten, sagte Claudia Baumer, die zweite Vorsitzende. Er soll
auch die Darstellung gegenüber der Öffentlichkeit fördern.