Home


FAZ.NETStellenangebote für Fach- und Führungskräfte auf FAZjob.NET, jetzt informieren
Das Jobportal für Fach- und Führungskräfte

Twitter - FAZjob.NET Facebook - FAZjob.NET




Kohlendioxidemissionen auf Rekordniveau gestiegen

25.05.2012



Das Ziel, den Anstieg der Erdtemperatur auf 2 Grad zu begrenzen,
verschwindet in weiter Ferne, warnt die Internationale Energie-Agentur. Nach
neuen Daten stiegen die weltweiten CO2-Emissionen letztes Jahr um 3,7 Prozent.
ami. BERLIN, 24. Mai. Die weltweiten Emissionen von Kohlendioxid (CO2) haben
2011 ein neues Rekordhoch erreicht. Nach ersten Schätzungen der Internationalen
Energieagentur (IEA), die diese am Donnerstag in Paris verbreitete, stiegen die
als klimaschädlich geltenden CO2-Emissionen im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent
auf 31,6 Gigatonnen. Den größten Anteil daran habe das durch Verbrennen von
Kohle (45 Prozent) freigesetzte Kohlendioxid gehabt, vor Öl (35 Prozent) und Gas
(20 Prozent). Während die Emissionen in den Schwellenländern stark stiegen,
gingen sie in Amerika und der EU leicht zurück.

Das in der Erdatmosphäre gespeicherte CO2 erschwert die Abstrahlung der
Sonnenenergie ins Weltall und führt damit zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre.
Es ist das politische Ziel der Weltgemeinschaft, den Anstieg der Temperatur
gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf höchstens 2 Grad zu begrenzen. Das
Ziel scheint nach den neuen Daten der IEA nicht mehr erreichbar zu sein. Denn es
würde voraussetzen, dass der Gipfel der globalen Emissionen die Marke von 32,6
Gigatonnen nicht überschreitet und dass es zu einer Entkoppelung von
Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch kommt. Beides legen die Daten von 2011
nicht nahe. Die neuen Zahlen belegten aufs Neue, dass sich die Tür zum Erreichen
des Zwei-Grad-Ziels weiter schließe, sagte der Chefökonom der IEA, Fatih Birol.

China, das 2010 Amerika als weltgrößten Emittenten von Klimagasen abgelöst
hatte, habe auch 2011 seine Emissionen deutlich ausgeweitet. Sie stiegen um 9,3
Prozent oder 720 Millionen Tonnen - das chinesische Plus entspricht damit etwa
den letztjährigen deutschen Emissionen von knapp 800 Millionen Tonnen. Birol
lobte gleichwohl die chinesischen Anstrengungen für mehr Energieeffizienz und
Klimaschutz. Um eine Einheit des Bruttoinlandsproduktes zu erzeugen, würden
heute 15 Prozent weniger CO2 emittiert, als dies 2005 der Fall gewesen sei. Ohne
diese Fortschritte wären die chinesischen Emissionen 2011 mit 1,5 Gigatonnen
mehr als doppelt so hoch ausgefallen.

Der Trend der vergangenen Jahre hielt 2011 an, wonach in den Industrieländern
die Emissionen leicht sanken, die in den Schwellenländern aber stark zunahmen.
Die Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
reduzierten ihre Emissionen um 0,6 Prozent, während die Schwellenländer ihre um
6,1 Prozent ausweiteten. In Indien kletterten sie demnach um 8,7 Prozent oder
140 Millionen Tonnen, womit das Entwicklungsland Russland überholte. Es belegt
nun den Platz als viertgrößter CO2-Emittent, hinter China, Amerika und der EU.
Nimmt man als Maßstab für den CO2-Ausstoß nicht die Ländergrenzen, sondern die
Zahl der Einwohner, dann kommt China allerdings nur auf zwei Drittel und Indien
nur auf ein Siebtel der durchschnittlichen OECD-CO2-Emissionen.

In Amerika sanken die Emissionen um 92 Millionen Tonnen (1,7 Prozent). Grund sei
neben der warmen Witterung der wachsende Gasverbrauch gewesen. Neu entdecktes
heimisches Schiefergas habe CO2-haltigere Energiequellen wie Kohle verdrängt.
Als Grund für den Emissionsrückgang um 1,9 Prozent oder 69 Millionen Tonnen in
der EU macht die IEA das warme Winterwetter und die wirtschaftliche Krise aus.
In Japan hätten die Emissionen um 28 Millionen Tonne oder 2,4 Prozent
zugenommen, weil die nach der Katastrophe von Fukushima abgeschalteten
Atomkraftwerke durch fossile Kraftwerke ersetzt worden seien.