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Arbeitsmarktentwicklung stützt Barack Obama

06.10.2012


Die Arbeitslosenquote in Amerika sinkt auf 7,8 Prozent


pwe. WASHINGTON, 5. Oktober. Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten
Staaten ist im September deutlich von 8,1 auf 7,8 Prozent gesunken. So niedrig
lag die Quote zuletzt im Januar 2009 beim Amtsantritt des Präsidenten Barack
Obama. Er könnte damit in den knapp fünf Wochen bis zur Wahl einen Schub in der
Gunst der Wähler erhalten.

Andere Indikatoren wiesen auf eine durchwachsene Lage am Arbeitsmarkt hin. Die
Zahl der neuen Stellen, die in einer Unternehmensumfrage erhoben wird, lag mit
nur 114 000 leicht niedriger als erwartet. Zugewinne im Dienstleistungsbereich
glichen abermalige Stellenverluste im verarbeitenden Gewerbe mehr als aus. Das
Tempo des Arbeitsplatzaufbaus ist nicht hoch genug, um die Arbeitslosigkeit
dauerhaft zu senken. Als positives Signal revidierten die Statistiker indes die
Zahlen für die vergangenen Monate deutlich nach oben. So gab es im August nun
142 000 neue Stellen statt zuvor gemeldeter 96 000.

Im Gegensatz zu den Vormonaten hatte der Rückgang der Arbeitslosenquote im
September seine Ursache nicht in einem Rückzug enttäuschter Arbeitssuchender vom
Arbeitsmarkt. In der Haushaltsumfrage stieg die Zahl der Beschäftigten um sehr
hohe 873 000. Die große Diskrepanz zur von den Unternehmen gemeldeten Zahl neuer
Stellen signalisiert, dass Revisionen der Statistik anstehen. Manche Analysten
bezweifelten darob, ob die Besserung nachhaltigen Bestand haben werde, zumal
Wirtschaftsindikatoren nicht auf ein kräftigeres Wachstum hindeuten.

Gemessen an der Arbeitslosenquote steht Obama vor der Wahl am 6. November so
schlecht da wie nur ein Präsident seit der großen Depression in den dreißiger
Jahren. Gerald Ford stellte sich 1976 mit einer so hohen Arbeitslosenquote wie
derzeit zur Wiederwahl. Er verlor, wobei entscheidend dafür wohl die
Nachwirkungen der Nixon-Watergate-Affäre waren. Von vier Präsidenten mit einer
Arbeitslosenquote von mehr als 7 Prozent im Wahlmonat gelang es in den
vergangenen Jahrzehnten nur Ronald Reagan, 1984 eine zweite Amtszeit zu
erringen. Neben Ford verloren auch James Carter (1980) und George Bush (1993).

Die Höhe der Arbeitslosenquote ist in statistischen Untersuchungen indes ein
unsicherer Indikator für das Wahlergebnis. Entscheidender ist wohl die
Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Carter und Bush verloren, nachdem die
Arbeitslosenquote deutlich gestiegen war. Reagan dagegen gewann, während die
Arbeitslosigkeit deutlich zurückging. So betrachtet deutet die
Arbeitsmarktentwicklung auf Vorteile Obamas hin. Seit dem Hoch von 10 Prozent im
Oktober 2009 ist die Arbeitslosenquote - wenn auch ungewöhnlich langsam - im
Trend gefallen.